Bischof Clemens schreibt:
Die heute achtjährige Sima aus Nowopawlowsk, für die wir im
Laufe des vergangenen Jahres im ganzen Bistum Sankt
Clemens und darüber hinaus gesammelt und gebetet hatten,
wurde in einer Sankt Petersburger Klinik erfolgreich operiert.
Ein paar Wochen nach der OP wurde der implantierte Chip
aktiviert. Nun muss sie hören lernen und sprechen. Dreimal in
der Woche wird sie zum kostenlosen Unterricht abgeholt. Das
ist aber zu wenig. Darum kommt an den übrigen vier Tagen
ein Logopäde zu ihr nach Hause.
Ich bemerkte Sima heute in der Messe, als sie hinter einem
Erwachsenen in der Reihe zur Kommunion stand und um ein
Kreuz auf die Stirn bat. Später sprach ich mit ihrer Mutter.
Zwar geht die Mutter stundenweise arbeiten, „wichtiger ist das
Kind“, sagt sie, aber das Geld reicht vorn und hinten nicht. Bis
Ende Juni bekommt sie eine Unterstützung bei Lebensmittel-
einkäufen von der Caritas Osnabrück. Ich glaube,
umgerechnet etwa 50 Euro im Monat. „Das hilft mir viel“, sagt
sie. Wofür fast kein Geld da ist, das ist der Unterricht des
Logopäden, 250 Rubel pro Stunde, also 1000 pro Woche
oder 4000 Rubel (= 100 Euro) im Monat. Ich weiß nicht, wie
viele Monate der Unterricht dauern wird. Sima ist sehr
intelligent und wird später in eine gewöhnliche Schule gehen
können, sagte eine Ärztin.
Außerdem hat Sima ein Hörgerät, dass sie immer bei sich
trägt, und das mit dem implantierten Chip im Kopf verbunden
ist. Dieses Hörgerät wird von drei Batterien gespeist, die aller
drei Tage erneuert werden müssen. Eine Batterie kostet 60
Rubel. Also braucht Sima jeden Monat 1800 Rubel, bzw. 45
Euro für Batterien! Es gibt keine Sozialversicherung oder
Krankenkasse, die das übernimmt. 145 Euro im Monat... Das
war es, was ich erzählen wollte, denn es geht weit über die
Kräfte Simas Mutter hinaus.